Nach der Naturkatastrophe und ihren Folgen in Form der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima ist das Thema Atomenergie auf einmal wieder brandaktuell geworden. Nach jahrelangem Hin und Her der Regierungen, die zwischen Laufzeitverlängerungen und langfristigen Abschaltungsplänen schwankten, kam auf einmal Leben in die Sache. Innerhalb kürzester Zeit verabschiedet die Regierung ein Atom-Moratorium, das zunächst die komplette Abschaltung von acht deutschen Atomkraftwerken bewirkte und dann ein langfristiges Umdenken auslöste, das nun gemeinhin als Einläuten der Energiewende gilt. Doch das kann nur funktionieren, wenn alle mitmachen.
Einfach die Wende bringen
Als Energiewende wird aktuell die Abwendung von gefährlichen und ineffizienten Methoden zur Produktion von Energie verstanden. Damit gemeint sind die Erzeugung von Strom mittels fossiler Brennstoffe wie Kohle und Gas, aber auch die Erzeugung von Strom mittels Kernspaltung, also durch Atomkraftwerke. Am Pranger stehen auch veraltete Technologien wie Heizkraftwerke mit hohem Verbrauch und geringer Brennleistung. Hingewendet werden soll sich zu Ökostrom, der aus den sogenannten regenerativen Energiequellen stammt, also der Wind-, Wasser- und Solarenergie. Welche Anbieter diesen grünen Strom anbieten kann man auf www.oekostrom.com mit wenigen Klicks herausfinden. Allerdings sollten Verbraucher hier auf Prüf- und Qualitätssiegel der Anbieter achten, denn auch neue hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die dennoch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, können unter der Bezeichnung Ökostrom verkauft werden. Will man wirklich “grünen” Strom, sollte man genau prüfen, ob der Anbieter wirklich nur Wind-, Wasser- und Sonnenkraft für die Stromgewinnung nutzt. Wer glaubt der Wechsel sei schwierig, kann sich mit zahlreichen Informationen, die Internetportale wie www.wechseln.de bereitstellen, vom Gegenteil überzeugen. Mit einem Anruf und einem Brief- oder E-Mailwechsel ist es meist schon getan, denn die Kündigung des alten Anbieters und die Abrechnung und Ummeldung werden vom neuen Anbieter bereitwillig übernommen. Für den Kunden ist der Verwaltungsaufwand damit fast gleich Null.
Warum wechseln?
Eigentlich war schon immer der Großteil der Bevölkerung gegen Atomenergie. Die Proteste der aktiven Atomgegner wurden sozusagen stillschweigend unterstützt und gebilligt, auch wenn sich kaum jemand selbst als “Öko” outen wollte. Was ein paar Jahrzehnte den Beigeschmack des Gestrigen und der Radikalität hatte, ist nun gesellschaftsfähig geworden. Doch die Gesellschaft sollte nicht nur beifällig nicken und den Atomausstieg und die Förderungen alternativer Energien verbal fordern, sondern auch selbst aktiv werden. Die marktregulierende Kraft der Nachfrage muss voll genutzt werden und nur durch eine steigende Nachfrage nach Ökostrom kann dessen Förderung auch aktiv mit auf den Weg gebracht werden. Wer nur darüber redet, stellt sich im Endeffekt passiv der Energiewende entgegen. Um die Wende zu schaffen, sollte jeder seinen aktiven Beitrag dazu leisten und lieber heute als morgen zu Ökostrom wechseln.
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